TREUHAND|SUISSE Sektion Wallis

Die erste Walliser Treuhandgesellschaft wurde 1932 von zwei Lehrern des Sittener Collège, Marius Lampert und Pierre Arnold, gegründet. Für die beiden Gründer handelte es sich dabei um eine Nebentätigkeit, die sie in erster Linie während der Schulferien ausübten. Nach zehn Jahren folgte ein weiterer Meilenstein: Eine in Genf niedergelassene Gesellschaft gründet eine Sittener Niederlassung. Gleichwohl blieb das Treuhandgeschäft im Wallis bis Ende der 1940er-Jahre eher die Ausnahme. Denn das Land ist arm und muss sich über ein halbautarkes System versorgen, in dem Barmittel knapp sind.

Zu einer Wende für die Walliser Wirtschaft kommt es im Zuge der ersten grossen Wasserbauprojekte, darunter insbesondere die 1950 begonnenen Arbeiten für die Staumauer Grande Dixence. Kurz darauf verbucht auch die Tourismusbranche einen Aufschwung und verleiht dem Bausektor wichtige Impulse. In diesem Zuge entstehen zahlreiche Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, während der Einzelhandel neu konzipiert wird und sich der Handel mit anderen Kantonen und Nachbarländern intensiviert. Dies läutet das Zeitalter der Treuhandgesellschaften ein. 1945 gründen Fernand Ribordy und Michel Cretton die erste grosse Walliser Gesellschaft. Ihre Initiative und ihr Erfolg inspiriert zahlreiche Nachahmer. Und so entstehen in nur wenigen Jahren mehrere Dutzend Treuhandunternehmen.

Weil der Beruf gesetzlich und aufsichtsrechtlich nicht geregelt ist, steigt die Zahl der Anbieter rapide an. Gegen Mitte der 1970er-Jahre sind es bereits gut 100. Übermässiger Wettbewerb und mangelnde Strukturierung fügen dem Berufszweig jedoch Schaden zu. Entsprechend zeichnet sich im Wallis – wie auch anderswo – die Notwendigkeit einer Neuordnung ab, um die Kompetenzen eines Treuhänders festzulegen, dessen Ausbildung zu fördern und erworbene Kenntnisse und Erfahrungen weiterzugeben.

1959 wird die Association Valaisanne des Fiduciaires gegründet. Als Erste schliessen sich Genfer und Waadtländer zusammen und fungieren damit in der Schweiz als Pioniere. Vor diesem Hintergrund gründen sie 1958 die Fédération Romande des Fiduciaires, der der Walliser Verband unverzüglich beitritt. Die Deutschschweizer haben es mit der Strukturierung nicht ganz so eilig. Die ersten Vereinigungen entstehen in Basel und Zürich und später in St. Gallen. 1963 wird der Schweizerische Treuhänderverband gegründet. Dieser umfasst zehn Sektionen, die den grössten Teil des Landesgebiets abdecken. Nachdem der Westschweizer Verband seine Existenzberechtigung verliert, wird er 1966 aufgelöst.

Dessen ungeachtet treten die Vorsitzenden der kantonalen Vereinigungen weiterhin im Rahmen des Conseil romand des fiduciaires zusammen. 2009 benennt sich der Schweizerische Treuhänderverband in «TREUHAND|SUISSE» um. Dabei passt sich auch die Sektion Wallis an und zählt heute ca. 70 Mitglieder. Die eidgenössischen Bestimmungen hinsichtlich der Ausbildung haben dazu beigetragen, Kompetenzen und Mandaten die notwendige Klarstellung einzuverleiben. In den letzten Jahrzehnten unterlagen die Aktivitäten der Treuhänder einem umfassenden Wandel Während bis Ende der 1970er-Jahre Rechnungslegung und Steuerberatung im Vordergrund standen, liegt der Schwerpunkt nunmehr auf Mandaten für Analyse, Revision sowie Wirtschafts- und Steuerberatung seitens der Walliser Treuhänder.